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Google hat mit dem neuen Mobilfunkangebot mal wieder alles richtig gemacht. Vor allem der automatische Wechsel zwischen WLAN- und konventionellen Mobilfunknetzen ist schon ziemlich sexy. Die sehr einfache Preisstruktur ohne irgendwelche komplizierten Fußnoten auch. Rückzahlung von nicht verbrauchtem Guthaben. Und die automatische Verschlüsselung per VPN erst…

Google zeigt damit nicht nur den Geheimdiensten sondern auch allen klassischen Mobilfunkanbietern einen dicken Mittelfinger. Die haben jahrelang Innovationen verpennt und auf 10 Jahre alte Geschäftsmodelle wie SMS-Flatrates gesetzt. Eigentlich eine gute Sache, wenn die sich jetzt mal eine Ohrfeige einfangen. Eigentlich…

Denn der dicke Wehrmutstropfen bleibt natürlich nicht aus: Google selbst kann natürlich jeden Schritt und Tritt des Nutzers noch genauer verfolgen als es vorher ohnehin der Fall war. Und wenn es bisher noch möglich war, sein Android-Telefon so zu konfigurieren, dass man es auch ohne Standleitung zu Google benutzen kann, dann fällt das hiermit endgültig flach.

Das Geschäftsmodell des gläsernen Kunden funktioniert leider. Denn den meisten wird es völlig egal sein, weil Mails, Kalender, Einkaufsliste, Bewegungsprofil, Fitness-Werte, besuchte Webseiten und so weiter sowieso schon dort liegen. Mit all den Daten wird Google das tägliche Verhalten des jeweiligen Nutzers vorhersagen können, und aus dieser Fähigkeit selbstverständlich auch ein Geschäftsmodell machen. Ein sehr gruseliger Gedanke, wenn ihr mich fragt.

Rayk Anders präsentiert den NSA-Skandal für die Generation Youtube. Ansehen schadet nichts!

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Leider hab ich viel zu spät von der MS Wissenschaft Tour 2015 mitbekommen und es gestern gerade noch geschafft, hinzugehen. Bewohner der anderen Tour-Städte können sich die jeweiligen Termine aber ruhig in den Kalender schreiben, denn die Ausstellung ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Zu den täglichen Nachrichtenthemen bildet sie mal eine positive Abwechslung. Offenbar gibt es doch noch ein paar vernünftige Köpfe da draußen, die sich mit ohne primär kommerzielle Absichten um die Zukunft unserer Gesellschaft kümmern. Eigentlich hätte das Schiff gerade hier in Dresden noch viel länger anlegen müssen, damit auch der letzte CDU-Wähler dort mal hinfindet.

Normalerweise sind mir so Preisverleihungen wie Echo Bambi Oscar usw. eher egal, aber bei den Big Brother Awards darf man ruhig etwas genauer hinsehen. Die wurden nämlich gerade wieder verliehen und die Jury hat wie immer den Nagel auf den Kopf getroffen.

Die FDP hat sich jüngst ja angeblich neu erfunden. Sie glänzt jetzt endlich auch mit IT-Sachverständnis.

Alle Daten sollen sich zentral in einem hochgesicherten Systemverbund befinden, statt breitflächig verteilt zu sein. Eine neue ID-Karte mit Signatur und zusätzlichen Schutzmechanismen (z. B. Biometrie, Zwei-Faktor-Authentifizierung) sichert den Zugriff.

Was soll da schon schiefgehen? (Die Hervorhebungen der wichtigen Begriffe sind von mir)

Die Überwachungsdaten werden natürlich nur kontextbezogen eingesetzt. Unbefugte werden keinen Zugriff darauf haben. Dass solche Aussagen nicht den Strom für die Mikrofone wert sind, zeigt das aktuelle Beispiel: Regierung will LKW-Mautdaten für Dritte freigeben.

Scheinbar ist der Globus hinterm Bhf. Neustadt auch vom Tisch. Sehr gut #staddrat, weiter so!

Als sogenannter Zeuge Snowdens kann ich natürlich nicht anders als den jüngsten Artikel von Sascha Lobo zum Thema Überwachung zu verlinken. Bitte lesen! Und verinnerlichen!

Also man kann Google ja viel vorwerfen, aber dass die EU denen nun ausgerechnet die Hervorhebung von eigenen Angeboten in Suchergebnissen ankreidet, ist mindestens genau so bekloppt wie damals die Geschichte mit Microsoft und dem Internet Explorer. Was sind das denn nur für Spezialexperten dort in Brüssel? Das wird am Ende doch genau so ein Debakel wie das Leistungsschutzrecht.

Statt solchen Kniebrechereien oder Gefasel wie wir brauchen ein europäisches Google sollten die sich lieber mal effektiv für die Förderung und den Einsatz von Open Source Software in Unternehmen einsetzen. Theoretisch kann man nahezu jeden Google-Dienst auch auf eigenen Systemen selbst betreiben. Die dafür benötigte Software ist leider oft noch im 0.x-Stadium, weil sich niemand darum schert, da mal ein bißchen zu investieren. Stattdessen werden den Big Five Unternehmen die Milliarden in den Arsch geblasen, dass es nur so klingelt. Und plötzlich stellt man fest, dass sich dadurch eine Monopolstruktur bildet. Captain Obvious to the rescue!

Ich bin auf der Suche nach neuer Hardware für meinen Homeserver und hab das drüben bei eXma mal etwas ausformuliert. Sachdienliche Hinweise erwünscht!