Aus gegebenem Anlass möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen, dass es in Dresden nicht nur Nazis gibt. Für die großen Massenmedien ist es wohl nicht spannend genug und darum den meisten leider maximal einen Halbsatz wert, dass gestern neben den NazisPEGIDAs mindestens genau so viele normal denkende Menschen auf den Straßen waren und sich für freiheitliches Zusammenleben ohne Vorurteile und nationalistischem Gedankengut ausgesprochen haben.

Es zeichnet ein falsches Bild, wenn es heißt, dass in Dresden die neue Rechte ihre Auferstehung zelebriert. Ich wette, dass die meisten Teilnehmer dieser Veranstaltung nicht mal aus Dresden selbst, sondern aus dem Umland und der tiefen sächsischen Provinz kommen. Da sich die ganzen sogenannten Patrioten ja gerne mit Fahnen zur Schau stellen, konnte ich gestern zum Beispiel sehen, dass sich auch Leute aus dem ach so toleranten und weltoffenen Berlin an der PEGIDA-Veranstaltung beteiligt haben.

Dass sich knapp 10.000 friedliche Demonstranten von der Polizei auf dem Rathausvorplatz auf engstem Raum einkesseln lassen mussten, während die PEGIDA-Teilnehmer gemütlich außen dran vorbei schlendern durften und sogar Böller auf uns geworfen haben, ist leider auch bittere Realität. Im Stadtrat mag sich RGRO durchgesetzt haben, bei den ausführenden Organen ist nach wie vor alles links von schwarz automatisch extremistisch und eine Gefahr für Land und Leute. Oder so…

Sascha Lobo erklärt nochmal, was das Problem an den rabattierten Kranken- und Autoversicherungen ist: libertärer Paternalismus:

Ein Nudge (engl. für Stups oder Schubs) ist für die Erfinder des Begriffs Thaler und Sunstein das Gegenteil eines Verbots oder eines Befehls. Er habe gerade darum die Kraft, das Verhalten von Menschen tatsächlich zu beeinflussen.

Habt ihr nicht auch manchmal Bock auf die Tafel Schokolade, die Zigarette danach oder das berühmte Bier zuviel? Bleibt ihr nicht auch manchmal lieber auf der Couch sitzen und geht nicht zum Sport, einfach weil ihr es könnt? Weil ihr die Freiheit habt, selbst entscheiden zu können, was ihr wollt? Wie wäre es, wenn ihr diese Entscheidungen zwar treffen wollt, aber im Hinterkopf immer die Gewissheit sitzt, dass euch dabei jemand beobachtet, der das nicht gut findet? Die Gewissheit, dass die Entscheidung, morgens mal nicht die Zähne zu putzen, weil die Bahn gleich kommt, sofort registriert wird und dass euch dieses angebliche Fehlverhalten Konsequenzen nach sich ziehen wird? Dieses Gefühl der Unfreiheit?

Wir sind auf dem besten Weg in eine Gesellschaft, in der das völlig normal wird. Big Data heißt das Buzzword dazu. Alles was man macht, wird aufgezeichnet, gespeichert und in Zusammenhang mit anderen Datensätzen gebracht, um aus den Erkenntnissen daraus das Leben des Einzelnen vorhersagbar zu machen und das gesellschaftliche Zusammenleben steuern zu können. Um das Risiko so gut es geht zu minimieren. Um das soziale Prinzip umzukehren.

Der Weg, diese Entwicklung einzudämmen, ist der Verzicht auf Dienste, die nur darum existieren, um so viel wie möglich über euer persönliches Verhalten zu erfahren. Angefangen bei zentralisierten Webservices wie Facebook, Dropbox, Whatsapp und wie sie alle heißen über Rabattsysteme wie Payback oder diese ganzen Freizeitkartenanbieter wie Dresden 4 Friends, Get2Card usw. bis hin zu solchen rabattierten Versicherungstarifen, Mautsystemen per Nummernschilderfassung oder OPNV-Tarife mit automatischer Erfassung der tatsächlich zurückgelegten Wegstrecke.

Dass das nicht leicht fällt, ist völlig klar. Aber es gibt in den allermeisten Fällen Alternativen, und wenn nicht, solllte man sich zumindest dessen bewusst sein, wie sehr man sich in die Abhängigkeit von Dienstleistern begibt, deren einziger Antrieb die eigene Gewinnmaximierung ist.

Der Artikel hätte auch von mir kommen können: Warum ich Chrome gelöscht habe und wieder Firefox nutze
Nun ist es bei mir nicht Google Chrome sondern Chromium gewesen und ich hab ihn auch nicht gelöscht um ihn weiter zum Testen verwenden zu können, aber als Standardbrowser läuft seit knapp zwei Monaten hier jetzt wieder Firefox. Aus genau den im Artikel beschriebenen Gründen.

Umso wichtiger ist es aber, Firefox und Mozilla als letzte verbliebene Kämpfer für ein freies, nicht allein von Regierungs- und Konzerninteressen gesteuertes Internet in seiner größten Domäne zu unterstützen. Denn nur so gibt man Mozilla die Möglichkeit, sich selbst neu für das mobile Zeitalter zu erfinden.

Facebook will jetzt Arbeit von Privatem trennen.

Da haben sie wohl auch endlich mal mitgekriegt, dass es irgendwie blöd ist, wenn die ganzen Social Media Experts mehrere Konten haben bzw. mit ihrem Privatkonto aus beruflichen Gründen Dinge liken, die sie privat eigentlich gar nicht liken würden. Das verzerrt doch die Persönlichkeitsprofile, und das muss schleunigst unterbunden werden!

Denk immer daran: du bist nicht der Kunde, du bist das Produkt!

GMX und WEB.DE stellen XMPP-Support ein

Nutzder des XMPP-Services von GMX, WEB.DE oder 1&1 haben heute eine E-Mail mit der Nachricht bekommen, dass der MultiMessenger und entsprechend die Serverinfrastruktur eingestellt wird:

Liebe Nutzer des MultiMessenger,
vor mittlerweile 8 Jahren hat der MultiMessenger das Licht der Welt erblickt. Wir haben viel investiert, gewerkelt und geschraubt – immer mit dem Ziel, den MultiMessenger nach Ihren Wünschen zu verbessern und so weitere Fans und Nutzer zu begeistern. Seit einiger Zeit verschiebt sich jedoch der Fokus der Nutzer mehr und mehr auf die Verwendung mobiler Endgeräte, was den klassischen Messenger eigentlich überflüssig macht. Schweren Herzens haben wir uns daher entschlossen, die Infrastruktur und den Support für die Produkte WEB.DE, GMX und 1&1 MultiMessenger einzustellen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir auch die notwendige Server-Infrastruktur abstellen müssen, so dass auch die Nutzung Ihrer E-Mail Adressen mit anderen Messenger-Diensten (ICQ, Pidgin, etc.) ab dem 1. Dezember nicht mehr möglich sein wird. Wir danken allen treuen Fans und Unterstützern für die tolle Zeit und das immer nützliche Feedback.
Ihr Team vom MultiMessenger

Das ist schon eine ziemlich schlechte Nachricht, denn hiermit verabschiedet sich nach Google ein weiterer Anbieter des freien und föderierten Instant Message Protokolls XMPP, das viele noch als Jabber kennen. Dass man sich bei der Nutzung des Services genau wie bei Wotzepp oder dem Fratzenbuchchat komplett in die Hände von durch Geheimdienste bis in die letzte Ecke unterwanderte Fremdanbieter begab, ist zwar immer der Wermutstropfen gewesen, aber immerhin konnte man als Betreiber seines eigenen XMPP-Servers so wenigstens mit diesen Leuten noch kommunizieren. Das fällt jetzt leider auch weg.

Beweist mir das Gegenteil, aber ich fürchte, dass die allermeisten der bisherigen Nutzer dieser Services sich nun nicht um eine eigene Instanz kümmern werden, sondern sich weiter in die Abhängigkeit von profitorientierten Unternehmen treiben lassen. Ein schlechter Tag für das Internet.